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Neurofeedback bei Autismus
31.07.2026 17:13

Neurofeedback bei Autismus – was sagt die Forschung?

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind neurologische Entwicklungsbesonderheiten, die unter anderem die soziale Kommunikation, die Reizverarbeitung und das Verhalten beeinflussen können. Viele autistische Menschen erleben zudem eine erhöhte Reizempfindlichkeit, Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation oder Begleiterkrankungen wie ADHS und Schlafstörungen.

Neurofeedback wird zunehmend als ergänzende Methode eingesetzt, um die Selbstregulation des Gehirns zu unterstützen. Doch was sagt die aktuelle Forschung?

Was ist das Ziel von Neurofeedback?

Wichtig ist zunächst: Neurofeedback dient nicht dazu, Autismus zu "heilen".

Vielmehr soll das Training die Fähigkeit des Gehirns fördern, sich besser selbst zu regulieren. Je nach individuellen Bedürfnissen können dabei unter anderem Aufmerksamkeit, Stressregulation, Schlaf oder die Verarbeitung von Sinneseindrücken im Mittelpunkt stehen.

Was zeigt die Studienlage?

Die wissenschaftliche Forschung zu Neurofeedback bei Autismus entwickelt sich stetig weiter. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 wertete zwölf Studien aus und fand Hinweise darauf, dass Neurofeedback positive Effekte auf Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und kognitive Flexibilität haben kann.

Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass viele Studien noch kleine Teilnehmerzahlen umfassen und unterschiedliche Trainingsprotokolle verwenden. Deshalb sind weitere hochwertige Studien notwendig, um die Wirksamkeit einzelner Verfahren genauer beurteilen zu können.

Erfahrungen aus der Praxis

Auch wenn die wissenschaftliche Evidenz noch wächst, machen Neurofeedback-Therapeuten immer wieder positive Erfahrungen mit Neurofeedback bei Menschen im Autismus-Spektrum.

Die Praxis für Mind-Body-Medizin und Neurofeedback in München berichtet folgendes: "Für Klientinnen und Klienten im Autismus-Spektrum greifen wir gern auf das Alpha-Up-Training im Parietalbereich zurück, da dieser Personenkreis unter anderem unter Gefühlen sensorischer Überlastung leidet. Alpha-Up-Training kann dazu beitragen, Sinneseindrücke besser zu filtern und zu verarbeiten. Betroffene - sowohl Erwachsene als auch Kinder - können dadurch eine geringere Reizüberflutung und eine spürbare Stressreduktion erfahren. Weniger Stress kann wiederum die Voraussetzungen dafür verbessern, neue Fähigkeiten zu entwickeln. In unserer Praxis beobachten wir, dass sich dies bei einigen Betroffenen positiv auf die Konzentration, die emotionale Stabilität und auch auf soziale Fertigkeiten auswirkt. Dabei handelt es sich um klinische Erfahrungen, die individuell unterschiedlich ausfallen und wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersucht sind. Bei Autismus-Spektrum-Störung können wir neurofeedback-therapeutisch unterstützend agieren, empfehlen aber immer ein ganzheitliches Konzept, bei dem auch andere, klassische Behandlungsmethoden für Autimus zum Tragen kommen."

Fazit

Neurofeedback ist keine Heilungsmethode für Autismus, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn es darum geht, die Selbstregulation des Gehirns zu unterstützen und belastende Begleiterscheinungen wie Reizüberflutung oder Stress zu reduzieren.

Die aktuelle Studienlage ist vielversprechend, zeigt aber auch, dass weiterer Forschungsbedarf besteht. Unsere praktischen Erfahrungen – insbesondere mit dem Alpha-Up-Training im Parietalbereich – stimmen uns optimistisch, dass Neurofeedback für viele Menschen im Autismus-Spektrum eine wertvolle Unterstützung sein kann.

 

 

 

 

Quellen

Alvares GA, et al. Assessing the Impact of Neurofeedback on Cognitive Function in Individuals with Autism Spectrum Disorder: A Systematic Review (2025)

Volltext der systematischen Übersichtsarbeit

 

Soto-Icaza P, et al. Oscillatory activity underlying cognitive performance in children and adolescents with autism: A systematic review (2024). Frontiers in Human Neuroscience

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